Potenziale der teilflächenspezifischen Kalkversorgung von Grünland | Ergebnisse

kalk
31
Okt
2018

Die Potenziale einer teilflächenspezifischen Kalkversorgung von Grünland wurden in einem praxisnahen Forschungsprojekt herausgearbeitet.

Prof. Eckart Kramer von der HNE Eberswalde, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. sowie viele Praxispartner*innen (u.a. Gut Wilmersdorf) forschten zum Erhalt einer optimalen Boden-Acidität im Grünland.

Mit der Entwicklung eines Spektrometer-Moduls wurde begonnen.

Untersuchungen zur Variabilität und zum Kalkbedarf belegen die kleinräumige Variation von Grünlandvegetation und Boden-pH.

Es sind engmaschige Beprobungen notwendig. Primär besteht großer Entwicklungsbedarf für robuste Sensorlösungen zur engräumigen Bodenuntersuchung auf Grünland.

Präzise Kalkung in Brandenburg

Hintergrundinformationen zum Projekt

Ziel

Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, das Management der Bodenazidität in Brandenburger Betrieben zu verbessern. Mithilfe mobiler Bodensensoren sollen kalkungsrelevante Bodeneigenschaften schnell, kostengünstig und kleinräumig erfasst werden. Methoden zur Verarbeitung der Kartierungsdaten und Ableitungen von Düngungsempfehlungen sollen unter Beachtung der Brandenburger Bedingungen entwickelt werden. Im Ergebnis werden praktikable Lösungen zur teilflächenspezifischen Kalkdüngung und Bereitstellung von Steuerungstechnik für die Kalkausbringung erarbeitet. Schulungen für das präzise pH-Wert-Management werden angeboten.

Durchführung

Die sensorgestützte Erfassung der Bodenart erfolgt mit dem Geophilus-Messsystem. Für die Messung des Boden-pH dienen zwei ionenselektive Antimon-Elektroden. Der  Humusgehalt wird mit einem optischen Spektrometer erhoben.  Diese Feldmessungen werden anschließend mithilfe von Standardlaboranalysen kalibriert und teilflächenspezifische  Kalkungsempfehlungen errechnet.

Anwenderfreundliche Programme für die präzise Erstellung von Applikationskarten und für die einfache Programmierung von Streuterminals werden entwickelt. Damit wird der Einstieg in die Präzisionskalkung erleichtert.

Praxisbedarf

In Brandenburg ist nur auf 26 % der Ackerflächen der Boden pH-Wert im optimalen Bereich. Auf 74 % der Flächen hingegen kommt es zu Ertragsminderungen und Verschlechterungen der Bodenfruchtbarkeit durch zu hohe oder zu niedrige pH-Werte. Wesentliche Gründe dafür sind die hohe Variabilität der Bodeneigenschaften innerhalb eines Ackerschlages und eine gewärtige Kalkungspraxis, die diese Bodenvariabilität zu wenig berücksichtigt. Hindernisse eine präzisere Kalkdüngung zu praktizieren sind: die Kosten und der Zeitaufwand für Bodenuntersuchungen, Unsicherheiten bei der korrekten Auswertung von Bodeninformationen und der Entscheidung über die richtige Kalkmenge, sowie Probleme bei der Verfügbarkeit und dem Umgang mit geeigneter Streutechnik.

Mehr dazu auf der Projekthomepage

Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft. Förderkennzeichen: 2812NA031 /2812NA116